Ausgabe 1/2008

Die ambulante Versorgung für Sterbenskranke liegt im Argen

Die bedarfsgerechte Versorgung unheilbar schwerkranker und sterbender Menschen in Deutschland weist erhebliche Defizite auf. Dies hat im Jahr 2005 die Bundestags-Enquête-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ in ihrem Abschlussbericht festgestellt. Auch haben in der Vergangenheit verschiedene Institutionen wiederholt darauf hingewiesen, dass die Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen, insbesondere im ambulanten Sektor, dringend erweitert werden muss, um sehr viel mehr Menschen als bisher einen Verbleib in der häuslichen Umgebung bis zum Tod zu ermöglichen.Mit der Gesundheitsreform ist nun die spezialisierte ambulante Palliativversorgung neu eingeführt worden. Geleitet durch Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses sollen nun die Regionen eine flächendeckende Ausgestaltung regeln. Der Richtlinienentwurf wurde aber jüngst stark kritisiert „… denn konfliktträchtige Punkte wurden offen gelassen“, so der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin Dr. Thomas Schindler. Ebenso sei die allgemeine Palliativversorgung weiter unterfinanziert – zum Nachteil für Hausärzte. Dr. Carbonnier von der Akademie für Palliativmedizin der Ärztekammer Niedersachsen äußerte ebenfalls Vorbehalte: „Der GBA hat die genaue Zusammensetzung der geplanten Palliativ Care Teams nicht geregelt. Die konkrete Ausgestaltung der Versorgung wird auf die Regionen weitergereicht, und dort wird man sich für den billigsten Anbieter entscheiden.“ (Quelle: Ärzte Zeitung, 18.1.2008)

In der Region Heilbronn hat man sich auch auf den Weg gemacht, um die Versorgung zu verbessern. Erste allgemeine Überblicke zeigen, dass punktuell schon sehr gute Voraussetzungen für eine adäquate Versorgung vorhanden sind. So haben einige Pflegedienste ihre Pflegekräfte zu spezialisierten Palliativkräften weiterbilden lassen.Eine ambulante Versorgung erfordert aber die Zusammenarbeit unterschiedlicher Hilfsangebote. Für die Umsetzung einer flächendeckenden Versorgung in der Region müssen die bestehenden Dienste aufeinander abgestimmt werden. Hierfür bedarf es aus Sicht des Pflegenetzes Heilbronn einer Ermittlung von Stärken und Schwächen, um bestehende Strukturen zu verbessern bzw. weitere neue und notwendige auszubilden. Deshalb plant das Pflegenetz eine Strukturanalyse, um sich auch hier für eine vernünftige Lösung im Interesse des Patienten (gemäß der Vereinssatzung) einzusetzen. Denn bereits in der Vergangenheit hat sich das Heilbronner Netzwerk dafür engagiert, dass seine Pflegekräfte ein spezielles Wissen über Schmerzbehandlungsmöglichkeiten und deren Anwendung erlangen können.

Hierfür bietet das Pflegenetz gemeinsam mit allen Beteiligten die Chance (gemäß seiner Maxime): Gemeinsam über alle Sektoren hinweg Mitar-beiter qualifizieren, einander kennen und verstehen lernen und so gemeinsame Versorgungsziele aufzusetzen.
Damit bringt das Pflegenetz wieder ein Projekt auf den Weg, dass dann später von Partnern in deren Kernkompetenz weitergeführt wird. Natürlich unter Begleitung und Weiterentwicklung des Pflegenetzes Heilbronn e.V.