Ein Thema, das uns seit Jahren in unserer vernetzten Zusammenarbeit beschäftigt,
dabei wird es immer wichtiger, in Zeiten in denen unsere Arbeit stetig komprimierter
und komplexer wird. Die Versorgung geriatrischer Patienten erfordert nicht nur eine
sektorenübergreifende sondern insbesondere eine interdiszipliäre Zusammenarbeit.
Gute Praxisbeispiele wie unsere geriatrische, gerontopsychiatrisch interdisziplinäre
Schmerzkonferenz der Pflege oder die AG Demenz werden helfen, das Entlassmanagement
zukünftig besser zu strukturieren. Auch die Erfahrungen aus den Projekt „GerinetzBw“ (www.gerinetzbw.de)
bringen uns hier weiter und helfen den zukünftigen Prozess zu sichern. Zudem kommt
für Krankenhäuser zum 1. Oktober 2017 das Entlassmanagement gesetzlich verpflichtend!
Dies berichtet MTD-Instant in Ausgabe 29/2017. Auf die Verschiebung der Einführung haben
sich GKV-Spitzenverband, KBV und die Deutsche Krankenhausgesellschaft verständigt.
Ursprünglich sollte es am 1. Juli starten. Krankenhäuser sind ab dann verpflichtet,
jedem Patienten ein Entlassmanagement für eine lückenlose ambulante Anschlussversorgung
anzubieten. Entsprechende Formulare für Verordnungen wie bspw. Hilfsmittel werden dann
verfügbar sein. Das Pflegenetz wird im Rahmen seiner lokalen Befragung das Thema verfolgen.


Gesundheit ist unser wertvollstes Gut, dies müssen wir im wahrsten
Sinne des Wortes „pflegen“. Was heißt das genau, wenn man nach
einer Behandlung im Krankenhaus wieder entlassen wird

Selbstverständlich ist man erstmal froh wieder in der gewohnten Umgebung
zu sein und dort umsorgt zu werden.
Aber nicht alle Krankheiten – vor allem chronische Erkrankungen – sind
mit der Behandlung im Krankenhaus abgeschlossen. Dann sollte hier das
sog. „Entlassungsmanagement“ greifen: Der Prozess, der den Patienten
dabei unterstützt und hilft den Übergang vom Krankenhaus in eine andere
Versorgungsumgebung zu erleichtern.
An diesem überaus komplexen Prozess sind sehr viele Menschen beteiligt:
die behandelnden Ärzte im Krankenhaus, der Hausarzt, Fachärzte, Therapeuten,
Pflegepersonal (ambulant oder in einer Pflegeeinrichtung), die
Verwandten und nicht zuletzt der oder die Betroffene. In diesem Prozess
gibt es selbstverständlich auch entsprechende Dokumentationen.

Daraus ergeben sich natürlich eine Vielzahl an Fragen: Ist dieser Prozess
für alle Beteiligten optimal? Haben bewährte – bzw. seit vielen Jahren so
praktizierte – Vorgehensweisen den Vorrang vor innovativen Lösungsansätzen?
Sind Theorie und Praxis konform? Sind die einzelnen Dokumentationen
kompatibel miteinander? Wer beeinflusst am massivsten den Prozess
in der Gestaltung und den Inhalten? Wer ist für die Schnittstellen verantwortlich?
Gibt es staatliche Kontrollen zur Absicherung? Welchen Einfluss
nehmen Krankenkassen? Gibt es in anderen Regionen Vorgehensweisen,
die wir den Gegebenheiten von Heilbronn und Umgebung anpassen
könnten?

Diesen und weiteren Fragen werden wir auf den Grund gehen und dazu zahlreiche
Interviews mit Personen aus der gesamten Prozesskette führen.
Wir werden in diesen Interviews alle zu Wort kommen lassen, auswerten
und unsere Schlüsse daraus ziehen. Weiterhin werden wir dann in der notwendigen
Art und Weise versuchen Einfluss auf die Gestaltung in der Zukunft zu nehmen.
Denn wir arbeiten für und mit Menschen und deren Gesundheit ist unser aller wertvollstes Gut.